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Hier ein Teil aus einer wahren Geschichte, die ich mal in einem Buch gelesen habe:
"Der Mann beschrieb mir den Schlachthof. Es gab starke Gitter aus Edelstahl, die am Eingang weit auseinander gesetzt waren, aber innerhalb des Gebäudes immer näher zusammenliefen, bis sie so schmal waren, dass nur ein Tier hindurchpasste. Neben diesem schmalen Gang stand er als Schlachter mit seinem Bolzenschussgerät auf einem Podest. Kühe, Schweine oder Schafe wurden mit Hunden und Stöcken in den Edelstahl-Trichter getrieben. Er berichtete, dass alle Tiere schrien, jedes auf seine Weise, und jedes versuchte zu flüchten. Die Tiere rochen den Tod, hörten den Tod, spürten den Tod. Wenn ein Tier an dem Podest angelangt war, krümmte und wand es sich vor Angst und stieß laute, klagende Töne aus. Obwohl ein Schuss aus seinem Bolzenschussgerät einen riesigen Bullen auf der Stelle hätte töten können, stand kein Tier so still, dass er auf Anhieb genau zielen konnte. Also fiel der erste Schuss, um das Tier zu betäuben und der zweite, um es zu töten. Ein Schuss zur Betäubung, ein Schuss zur Tötung. Ein Tier nach dem anderen. Jeden Tag aufs Neue. [...] An jenem Tag [...] wurden Kühe geschlachtet. Ein Schuss zur Betäubung, ein Schuss zur Tötung. Er hatte schon eine große Anzahl von Tieren erledigt, als eine Kuh auf eine Weise hereinkam, wie er es noch nie zuvor erlebt hatte. Diese Kuh war still. Sie schnaufte nicht einmal. Mit gesenktem Kopf näherte sie sich langsam dem Podest, ohne dass auch nur der geringste Druck auf sie ausgeübt werden musste. Am Ziel blieb sie ganz ruhig stehen. Sie tobte nicht, wand sich nicht, brüllte nicht und versuchte auch nicht zu flüchten. Auf einmal hob sie langsam den Kopf und starrte ihren Henker bewegungslos an. Er hatte so etwas noch nie erlebt. Er war vollkommen verwirrt, konnte weder sein Gewehr auf die Kuh richten noch ihrem Blick ausweichen. Die Kuh schien direkt in sein Innerstes hineinzuschauen. [...] Im linken Auge der Kuh [...] begann sich Wasser zu sammeln. Es wurde immer mehr, und irgendwann lief das Auge über, und das Wasser tröpfelte heraus, rollte langsam über ihre Wange und bildete eine glitzernde Tränenkette."
aus: "Die Kuh, die weinte" von Ajahn Brahm, Lotos Verlag 2006
Kein Tier will sterben, keine Kuh, kein Schwein, kein Hummer, kein Thunfisch. Sie alle haben Kinder, um die sie sich sorgen, und sie alle haben Angst vor Schmerz und Tod! Alle Tiere wollen leben, auch Ratten und Spinnen!
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